5. Oktober 2021 – Umweltbundesamt hebt Ziele für CO2 Reduktionen noch einmal an – Minus 70% bis 2030!

Dem Spiegel Magazin (Ausgabe 40/2021) liegen bisher unveröffentlichte Informationen vor, nachdem das Umweltbundesamt auf einen schnelleren Übergang zur klimaneutralen Wirtschaft drängt. Höhere Ziele als bisher seien nötig, um das Pariser Klimaabkommen zu erfüllen. Die Reduktion der Treibhausgasemissionen könnten demnach für 2030 auf minus 70 Prozent gegenüber 1990 festgelegt werden. Das sind 5 Prozentpunkte mehr als bisher geplant. UBA Chef Dirk Messner sagt, „wir müssen einen Zahn zulegen“. Dazu sei ein umfangreiches Programm nötig, das alle Bereiche der Wirtschaft umfasst.

  • Energie: Kohleausstieg 2030 statt 2038. Zubau der Windkraftanlagen an Land von sieben Gigawatt jährlich, Fotovoltaikanlagen von zehn Gigawatt.
  • Industrie: Keine fossilen Energieträger mehr ab spätestens 2040. Flächendeckender Einsatz von grünem Wasserstoff und grundsätzlich eine höhere Energieeffizienz.
  • Gebäude: Einbau neuer Ölheizungen ab sofort verboten; ab 2026 auch keine neuen Gasheizungen. Jährliches Sanierung von 2,5 Prozent der bestehenden Gebäude; neuen Gebäude erhalten höhere Anforderungen für die Dämmung.
  • Verkehr: Verbot von Verbrennungsmotoren für neue Pkw zwischen 2032 und 2035, für Lkw bis spätestens 2038. CO2-Abgaben für Benzin und Diesel höher als bislang von der Regierung geplant.
  • Landwirtschaft: Fleischkonsum soll von derzeit rund 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr auf knapp 16 Kilogramm gesenkt werden. Rund 15 Prozent des Milchkonsums sollen durch Ersatzprodukte gedeckt werden. Mehr Mischwälder und höhere Wasserstände in Mooren sollen mehr CO2 binden.

Die klimapolitische Modernisierung der Wirtschaft müsse zur Chefsache im Kanzleramt werden, so Dirk Messner.

Das UBA untersteht direkt dem Bundesumweltministerium. Seine Forderungen haben also durchaus Gewicht. Dennoch steht es der Regierung natürlich frei, welche Vorschläge der Bundesbehörde sie aufgreift.