14. August 2020 – Ist klimaneutral tanken mit eFuels die Lösung?

Laut Pariser Klimaabkommen soll sich der CO2-Ausstoß bis 2050 auf null senken und als Zwischenziel bis 2030 halbieren. Dieses Ziel gilt auch für den Verkehrssektor. Die Herausforderung: Etwa die Hälfte aller Autos, die 2030 auf den Straßen sein werden, wurden bereits gebaut. Auch in zehn Jahren laufen noch viele Autos mit Verbrenner vom Band. Mit synthetischen Kraftstoffen, den eFuels, könnten auch Bestandsfahrzeuge zur CO2-Reduktion beitragen.

Für die Herstellung von eFuels wird Wasser mit regenerativem Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Anschließend lässt sich der Wasserstoff sowie CO2 aus der Umgebungsluft zu synthetischem Diesel und Benzin umwandeln.

Um zu zeigen, dass aktuelle Autos alternative Kraftstoffe vertragen, tanken Bosch-Firmenfahrzeuge an Werkstankstellen R33 Blue Diesel. Die Beimischung von bis zu 33 Prozent regenerativ erzeugtem Diesel führt so bereits heute zu rund 20 Prozent CO2-Einsparungen. Kraftstoffe wie dieser sind der erste Schritt in Richtung eFuels. Bisherige Tests zeigen, Bosch-Komponenten verkraften normgerechte eFuels problemlos.

Also sind eFuels die Lösung? Bisher nicht, denn obwohl auch der Vertrieb über die bestehenden Tankstellen möglich ist, sind die Herstellungskosten derzeit noch nicht wettbewerbsfähig. Die Politik ist aufgerufen ihren Beitrag zu leisten, da aktuell die Flottenverbräuche der Hersteller zwischen E-Autos und Verbrennern mit zweierlei Maß misst. Elektrofahrzeuge gehen als komplett CO2-frei in den Flottenverbrauch ein, obwohl bei der Erzeugung des notwendigen Strom nach heutigem Strommix noch CO2 freigesetzt wird.